Der Welt-Geldbetrug

Prof. Dr. Eberhard Hamer, Mittelstandsinstitut Hannover

Der größte und weitreichendste Wirtschaftsskandal unserer Tage findet zur Zeit
durch die Manipulationen an den Geld- und Währungssystemen statt.
Der Geldbetrug hat erstmalig eine globale Dimension, weil er sich weltumspannend
abspielt, von keiner nationalen Regierung deshalb mehr kontrolliert, gestoppt oder
verhindert werden kann, und weil er sogar nach den veralteten nationalen Gesetzen
formell legal stattfindet.
Sicher ist aber, dass der Geldbetrug wie jeder andere Betrug auch nicht langfristig
zur Bereicherung der Täter durch Entreicherung der Opfer führen kann, weil kein
freies Geldsystem auf Dauer missbraucht werden kann.

Vom Realgeld zum Nominalgeld
Nach der Finanztheorie ist Geld ein legalisiertes Tauschmittel, welches auch zur
Wertaufbewahrung dienen soll. Die Ausgabe von Geld war deshalb früher staatliches
Privileg (Münzhoheit). Die als Geld umlaufenden Gold-, Silber- und Kupfermünzen
hatten staatliche Prägung. Der Staat garantierte also die Reinheit des Metalls und
das Gewicht der Münzen, so dass man nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland
jederzeit wusste, wie viel jedes Geldstück wert war. So waren die Metallmünzen
zugleich Tauschmittel und Dauerwert.
Der Staat musste aber, um Geld ausgeben zu können, Gold und Silber haben.
Deshalb war es wichtig, dass zum Beispiel Silberbergwerke in staatlicher Hand
waren (Rammelsberg bei Goslar) und auf diese Weise der Staat das Silber für
zusätzliche Prägemünzen einsetzen konnte. Umgekehrt wussten die Bürger, dass
der Staat nur soviel Geld ausgeben konnte, wie er über Edelmetall verfügte. Der
Edelmetallvorrat war also die Basis für das in Edelmetall umlaufende Naturalgeld
(Goldumlaufwährung).
Immer wieder haben Fürsten allerdings versucht, sich mehr Geld zu verschaffen, als
sie Edelmetall hatten, indem sie den Anteil des Edelmetalls bei den Münzlegierungen
verminderten («Kippen und Wippen»). Das Ergebnis war jeweils, dass die Kaufleute
und Bürger das schlechte Geld weitergaben, das gute aber behielten, bis alle
Bescheid wussten und das schlechte Geld wieder eingeschmolzen werden musste.
Goldumlaufwährungen gab es noch bis zum Ersten Weltkrieg.
Jede Goldumlaufwährung hat allerdings den Nachteil, dass Gold nicht so stark
vermehrbar ist, wie die Wirtschaft wächst, dass also eine gewisse deflatorische
Geldknappheit stärkeres Wirtschaftswachstum behindern könnte.
Deshalb gingen viele Staaten zu einer indirekten Goldwährung über: Sie hatten einen
bestimmten Goldschatz und gaben auf dieser Basis staatliche Zentralbanknoten aus,
die im täglichen Gebrauch leichter zu transportieren, zu zählen und auch in höheren
Summen aufzubewahren waren. Ihr Wert beruhte darauf, dass man die Geldscheine jederzeit bei der Zentralbank vorlegen und in entsprechendes Gold oder Silber
umtauschen konnte (Goldkernwährung).
Auf diese Weise konnte der Staat sogar mehr Nominalgeld ausgeben, als er an
Edelmetall verfügbar hatte, denn üblicherweise bestanden nur wenige
Geldscheininhaber auf dem Umtausch ihrer Scheine in Gold. Normalerweise reichte
also ein Volumen von weniger als 10% Gold für ein Währungsvolumen einer um 90%
höheren Geldscheinmenge. Das System funktionierte weltweit, weil auch Länder, die
selbst keinen Goldschatz hatten, den Inhabern ihrer nationalen Geldscheine einen
festen Umtauschkurs zu anderen Währungen garantierten, die ihrerseits wieder
einen Goldkern hatten.
Solange diese Umtauschgarantie bestand, konnten die Bürger darauf vertrauen,
dass sie – wenn auch über doppelten Umtausch – die Geldschein-Nominalwerte in
Münzrealwerte umtauschen konnten (Golddevisenwährung), hatten also eine
zumindest indirekte Geldwertgarantie.

Vom staatlichen zum privaten Geld
Der entscheidende Schritt weg vom Staatsgeld war 1913 die Gründung des Federal
Reserve System in den USA. Obwohl nach der amerikanischen Verfassung
eigentlich nur Gold und Silber gesetzliches Geld sein dürfen, hat sich ein von
privaten Banken gegründetes Kartell unter Führung der beiden Hochfinanzgruppen
Rothschild und Rockefeller eine private Zentralbank geschaffen mit dem Recht,
eigenes Geld auszugeben, welches gesetzliches Zahlungsmittel wurde und für
welches anfangs noch die amerikanische Zentralregierung garantierte.
In dieser privaten Bank wurden nach dem Ersten Weltkrieg die Goldreserven der
Welt zusammengekauft, mit der Folge, dass viele andere Währungen ihren
Goldstandard nicht mehr halten konnten und in der Deflation zusammenbrachen
(erste Weltwirtschaftskrise).
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde deshalb 1944 in Bretton Woods wieder die
Einführung eines neuen Golddollar-Standards beschlossen. Während des
Weltkrieges verlangten die USA für die Bezahlung von Rüstungsgütern Gold von den
kriegführenden Nationen. Auch das Gold Deutschlands musste als Kriegsbeute
abgegeben werden. So sammelten sich über 30.000 Tonnen Gold der Welt allein in
den USA – mehr als alle anderen zusammen hatten. Dieses Gold diente als Deckung
für die Dollars.
Da aber ein größerer Teil der Dollars in den Zentralbanken der Welt als
Reservewährung gehalten wurde, konnten die USA mehr Dollars ausgeben als sie
an Goldbasis hatten. Die Länder der Welt brauchten nämlich Dollars, um die
Rohstoffe dafür zu kaufen, die nur auf Dollarbasis gehandelt wurden. Neben dem
Gold wurde deshalb der Dollar immer stärker in den anderen Zentralbanken zur
Hauptwährungsreserve. Die Dollarherrschaft über die Welt hatte begonnen.
1971 kündigte US-Präsident Nixon die Einlösungspflicht des Dollars in Gold
(Golddollar-Standard) und zugleich die Haftung des Staates für den Dollar auf.
Seitdem sind die Dollarnoten weder real durch Gold noch durch Staatshaftung
gedeckt, also eine freie private Währung der Federal-Reserve-Bank (FED). Der Dollar und alles andere Geld der Welt sind seitdem nicht mehr werthaltig, sondern
nur noch gedrucktes, legalisiertes Zahlungspapier. Eine durch nichts gedeckte
Währung kann zwar durch Gesetz zum amtlichen Tauschmittel erzwungen werden,
nicht jedoch zum Mittel der Wertaufbewahrung. Hierzu bedarf es des Vertrauens der
Geldinhaber, dass sie ihr Geld langfristig wertgesichert sehen. Der langfristige
Kurswert – das Vertrauen – einer freien Quantitätswährung hängt wiederum allein
von der Knappheit des Geldes bzw. der Geldmenge ab.

Das Problem:
Während sich in den letzten 30 Jahren die Gütermenge der Welt nur vervierfachte,
hat sich die Geldmenge vervierzigfacht.
Geldmengenvermehrung bedeutet nämlich immer Inflation.
Und Inflation bedeutet Geldentwertung.
Für dieses Problem wurden drei Lösungswege beschritten:
Die deutsche Finanzwissenschaft hatte schon bei der Bundesbankgründung eine
staatsunabhängige neutrale «vierte Gewalt» für die Bundesbank gefordert, damit
diese den politischen Pressionen zum Geldmengenmissbrauch widerstehen könne,
damit der Bürger sich also auf die Werthaltigkeit des Geldes verlassen könne.
Tatsächlich ist die Bundesbank gesetzlich zur Werthaltigkeit der D-Mark verpflichtet
gewesen (Neutralgeldtheorem) und war weitgehend vom Staat unabhängig. Dies hat
dazu geführt, dass die D-Mark als stabilste Währung der Welt immer mehr auch
Währungsreserve und bevorzugte Wertanlage wurde.
Die meisten anderen Staaten haben eine «orientierte Quantitätswährung» bevorzugt.
Sie verpflichteten ihre Zentralbanken, die Geldmenge an bestimmten Zielen zu
orientieren, wie zum Beispiel Wachstum, Vollbeschäftigung oder anderen. Dies gab
der nationalen Politik ausreichend Einflussmöglichkeiten auf die Zentralbank und auf
das Geld und hat regelmäßig dazu geführt, dass der politische Missbrauch zu
entsprechender Inflationierung der Währungen geführt hat. (Beispiel: Frankreich,
Italien, Spanien usw.)

zum Aufsatz..

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Eine Antwort zu Der Welt-Geldbetrug

  1. Stefan Wehmeier schreibt:

    Die Kaufkraft des Geldes

    Die moderne Wirtschaft bedarf des Geldes als einer Universalware, die sich gegen alle anderen Waren tauschen lässt. Die Urformen des Geldes in der Wirtschaftsgeschichte waren verschiedene, in erster Linie kamen jedoch schon frühzeitig Edelmetalle in Betracht. … Diese Herkunft des Geldes vom Gold hat jahrhundertelang zu dem Irrtum geführt, die Funktion des Geldes in der Wirtschaft sei vom Geldstoff abhängig, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass auch Geld aus anderen Stoffen, etwa Papier, die angeführten Eigenschaften besitzen könne. Man glaubte (wie es etwa die Vertreter der so genannten „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ noch heute glauben), das Geld müsse einen „inneren Wert“ haben, den das Edelmetall darstellte. Diese Vorstellung ist durch die Praxis schneller als durch die Wissenschaft widerlegt worden. …

    Wie kommt die Kaufkraft dieses reinen Papiergeldes zustande?

    Der Staat ist in der Lage, dem Papier diejenigen Eigenschaften zu verleihen, die es von Natur aus dem Edelmetall ermöglichen, als Geld zu dienen. Er braucht nur die von ihm bedruckten Scheine zum gesetzlichen Zahlungsmittel zu erklären und dafür sorgen, dass sie relativ selten bleiben. … Erfüllt das Papiergeld diese Voraussetzungen, dann ist es genauso unentbehrlich wie die Arbeitsteilung in der Wirtschaft. Wer an dem Güteraustausch teilnehmen will, muss danach trachten, seiner habhaft zu werden. Die Intensität dieses Strebens ist es, was dem Geld Kaufkraft verleiht. Wer Waren erzeugt, muss sie gegen Geld, auch wenn es Papiergeld ist, anbieten, weil er dieses Geld haben muss, um seinerseits Waren kaufen zu können, die er braucht.

    Man könnte zur Verteidigung der Goldwährung anführen, dass sie immerhin eine übermäßige Geldausgabe durch den Staat verhindere. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben jedoch gezeigt, dass eine auch nur einigermaßen ausreichende Garantie für die Erhaltung der Kaufkraft in der Goldwährung nicht gegeben ist. Der Staat kann die Deckungsquote herabsetzen. Der Goldvorrat ist äußerst variabel; er hängt von der Außenhandelspolitik und von Goldfunden ab. Viel exakter kann die Geldausgabe durch Bindung der Währung an den Preisindex gesteuert werden. Dem System der Indexwährung wollen wir uns nunmehr zuwenden:

    Geldtheorie

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