Ritalin: Wie die Pharmaindustrie unsere Kinder vorsätzlich zerstört

Eva Herman

Es klingt wie die furchterregende Geschichte aus einem Horrorthriller: Ein weltweit angesehener US-Kinderpsychiater probiert in den sechziger Jahren an seinen lebhaften Patienten verschiedene Psychopharmaka aus, um die Kleinen ruhig zu stellen. Als er eine entsprechende Pille entdeckt, mit der die Kinder gefügig gemacht werden können, erhebt er im Namen der Weltgesundheitsorganisation die kindliche Lebhaftigkeit zu einer neuen  Krankheit. Und fertig ist eine äußerst lukrative, für wachsenden Gehirne jedoch hochgefährliche  Einnahmequelle der global arbeitenden Pharma- und Ärzteindustrie. Millionen Kinder auf der ganzen Welt schlucken seit Jahrzehnten Ritalin, weil sie angeblich ADHS haben.

Die Krankheit heißt ADHS, mit dem Mittel Ritalin setzen der Pharmariese Novartis und andere seit Jahrzehnten Milliarden um, der genannte US-Nervenarzt trug den Namen Leon Eisenberg. Doch die Wahrheit kommt immer ans Licht, auch wenn es manchmal etwas länger dauert: Kurz vor seinem Tod 2009 offenbarte der 87-jährige den Schwindel: Niemals hätte er gedacht, dass seine Erfindung einmal derart populär würde, sagte er in einem Bericht. »ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung«!

Eine fabrizierte Krankheit. Das belegt auch eine aktuelle Meldung vom vergangenen Wochenende: Angesichts dramatisch gestiegener Zahlen von ADHS- Diagnosen (zwischen 1989 und 2001 um das 400-fache) sind sich die Forscher jetzt nahezu einig: ADHS wird meist zu schnell zum Damoklesschwert für lebhafte Kinder erhoben, Jungen geraten weitaus häufiger in die Falle. Dem  Pharma-Kartell dürfte das alles nur recht sein. Diese »fabrizierte Erkrankung« ist inzwischen weltweit als psychische Erkrankung manifestiert. Zu Unrecht, wie sich zunehmend herausstellt: Das, was als ADHS oder ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) bekannt ist und angeblich genetisch bedingt sein soll, basiert in Wahrheit häufig  auf mehreren ganz natürlichen Gründen und hat wenig mit einem echten Psycho-Krankheitsbild zu tun, wie mir der ehemalige Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Hamburger Uniklinik Eppendorf, der verstorbene Prof. Dr. Peter Riedesser schon vor wenigen Jahren eindringlich erklärt hatte: Oftmals spielen familiäre Probleme eine wichtige Rolle, die es zu untersuchen gilt, außerdem sind allermeist Jungs betroffen, was auch damit zusammenhängt, dass diese nicht selten ein ungezügelteres Temperament haben als ihre weiblichen Mitstreiter. Doch am Verhalten der Mädchen werden meist die Vorgaben zum Verhaltenskodex entwickelt, sowohl für Kinderbetreuungsanstalten als auch in der Schule. Sofern die Jungs naturgemäß wilder spielen, gelten sie schon recht schnell als verhaltensauffällig. ADHS ist in Wirklichkeit ein Problem der unverstandenen Jungen von heute. Ein Beispiel:

Als ich vor einigen Jahren die Mutter eines Nachbarsjungen weinen sah, fragte ich sie, was los sei. Sie antwortete, die Kindergärtnerin habe ihr soeben mitgeteilt, dass ihr Sohn ADHS, das so genannte Zappelphilipp-Syndrom, habe und dass der Kleine nun das hochpotente Pharmakon Ritalin nehmen müsse. Der Junge sei schließlich hyperaktiv. Ich stutzte, denn das war meines Erachtens kaum vorstellbar, der Bub war weder verhaltensauffällig noch hyperaktiv, sondern er machte einen kerngesunden und lebhaften Eindruck. Woher die Kindergärtnerin das denn so genau wisse, fragte ich die Frau, sie sei doch weder Psychologin noch Ärztin. Die Nachbarin antwortete, die Betreuerin halte Abendkurse zu genau diesem Thema ab.

Glücklicherweise erreichte ich Prof. Riedesser sofort telefonisch und berichtete den Fall. Der Arzt bestellte den Jungen ein und untersuchte ihn gründlich. Diagnose: Das Kind war völlig in Ordnung. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Die Pharmaindustrie schult seit geraumer Zeit Erzieher und Lehrer von Kindergärten und Schulen, damit diese einen »genauen Blick« auf lebhafte Kinder haben sollen,  deren Eltern man dann die gefährliche Diagnose und das passende Medikament gleich dazu mitteilt.

Dabei muss man wissen: Ritalin ist nicht irgendeine Pille, sondern harter Tobak: Es enthält Methylphenidat und greift dort in den Gehirnstoffwechsel ein, wo Aufmerksamkeit und Bewegung kontrolliert werden. Das Fatale: Die Wirkung von Methylphenidat im Menschen ist noch längst nicht vollständig erforscht. Man weiß nichts über die Folgen bei den nächsten Generationen, gefährliche Krankheiten wie Parkinson sollen zum Beispiel mit der Vergabe von Ritalin zusammenhängen. Die Nebenwirkungen der kleinen weißen Pille reichen von Appetitlosigkeit und Schlafstörungen, von Angst-, Spannungs- und Panikzuständen bis hin zu vermindertem Wachstum. Außerdem: Ritalin ist ein Psychopharmakon und gehört zu der Gruppe der Betäubungsmittel, genau wie Kokain und Morphium. Es wird jedoch, wie erwähnt, bereits kleinen Kindern verschrieben, oftmals über Jahre hinweg. Denn die »Krankheit« wird durch Ritalin nicht geheilt, sobald das schwere Medikament abgesetzt wird, sind die Symptome sofort wieder da.

»Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein«, heißt es bei der Deutschen Apothekerzeitung. Und der Erfinder von ADHS, der vielfach ausgezeichnete US-Nervenarzt Eisenberg, sagte am Ende seines Lebens bestürzt: »Die genetische Veranlagung für ADHS wird vollkommen überschätzt«. Stattdessen sollten Kinderpsychiater lieber viel gründlicher die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen können, so Eisenberg gegenüber dem deutschen Wissenschaftsjournalisten und Sachbuchautor Jörg Blech, der durch seine umfassende Kritik an der Pharmaindustrie und sein Buch Die Krankheitserfinder bekannt wurde. Späte Einsicht, zu spät, viel zu spät!

Eisenberg gab kurz vor seinem Ableben sogar reuevoll die Themen vor, wo die Ursachen zu finden sein könnten und die es viel dringender zu untersuchen gelte, als gleich zu der unseligen Pille zu greifen: Gibt es Kämpfe mit den Eltern, leben Mutter und Vater zusammen, gibt es Probleme in der Familie? Diese Fragen seien wichtig, aber sie nähmen viel Zeit in Anspruch, wird Eisenberg zitiert, der seufzend hinzugefügt haben soll: »Eine Pille verschreibt sich dagegen ganz schnell«.

»Unsere Systeme sind für Jungen unfreundlich geworden«, sagt auch der Professor für Arzneimittelversorgungsforschung an der Universität Bremen, Gerd Glaeske. Jungen wollten risikoreicher leben und sich erproben. Dafür fehlten ihnen aber heute die Freiräume. Jungen versuchten, Grenzen zu überschreiten, das gelte in unserem System als auffällig. »Wenn man sagt, dass Jungen stören, muss man auch über die reden, die sich davon gestört fühlen«, so der Professor.

Die FAS schrieb am 12. Februar 2012, die Diagnose ADHS werde inflationär zur Erklärung von Schulversagen herangezogen, und weltweit mache allein Novartis einen Umsatz von 464 Millionen Dollar mit der Pille, die störende Jungen »glatt, gefügig und still« mache. Vor zwanzig Jahren seien in Deutschland 34 Kilo Methylphenidat ärztlich verordnet worden – heute seien es 1,8 Tonnen. Weltweit sollen etwa zehn Millionen Kinder Ritalin verschrieben bekommen, in Deutschland sollen es etwa 700.000 sein.

Die schweizerische Nationale Ethikkommission im Bereich Humanmedizin NEK äußerte sich in einer Stellungnahme im November 2011 äußerst kritisch zur Verwendung des ADHS-Medikaments Ritalin: Das Verhalten des Kindes werde durch Chemie ohne jegliche Eigenleistung beeinflusst.

Das sei ein Eingriff in die Freiheit und die Persönlichkeitsrechte des Kindes, denn chemische Wirkstoffe verursachten zwar gewisse Verhaltensänderungen, das Kind lerne aber unter Chemie nicht, wie es sein Verhalten selbst ändern könne. Damit würden ihm wichtige Lernerfahrungen für eigenverantwortliches und mitmenschliches Handeln vorenthalten, »die Freiheit des Kindes empfindlich eingeschränkt und es in seiner Persönlichkeitsentwicklung gehemmt«, kritisierte die NEK. Über die gesundheitlichen Folgen der Einnahme des Psychopharmakons verlautete indes offenbar nichts.

Peter Riedesser warnte: »Hyperaktivität kann Anzeichen einer tieferen Störung sein, etwa einer Depression, die anders zu behandeln ist als mit Ritalin«.

Der renommierte Wissenschaftler und Professor für Neurobiologie Gerald Hüther warnt schon lange vor der sorglosen Abgabe des hochpotenten Medikaments an kleine Kinder sowie vor der Annahme, man habe es bei ADHS mit einer echten Krankheit genetischen und biologischen Ursprungs zu tun. In einem Interview sagte der Wissenschaftler, als das Krankheitsbild vor Jahrzehnten definiert worden sei, habe man nicht gewusst, wie formbar Kindergehirne sind, wie sich die Hirnstrukturen anhand der während der frühen Kindheit gemachten Erfahrungen erst herausbilden. »Damals ging man noch davon aus, dass es nur irgendwelche fehlerhaften genetischen Programme sein könnten, die zu solchen Störungsbildern führten«, so Hüther. »Diese Vorstellung war in vieler Hinsicht vorteilhaft. Sie bürdete niemandem Verantwortung auf und entlastete damit nicht nur die Eltern, sondern auch die Erzieher und Lehrer. Und sie passte zum Reparaturdenken der damaligen Zeit: Wenn etwas nicht richtig funktionierte, nahm man eben eine Pille«.

Betroffene Eltern sollten sich nicht gleich verunsichern lassen, wenn Erzieher oder Lehrer meinen, ihr Kind habe ADHS. Sie sollten sich erst einmal in Ruhe umhören und sich mit anderen Personen austauschen, die ihr Kind kennen und die es auch mögen. »Vielleicht haben die eine Idee, wie ihm zu Hause, in der Schule und vor allem im Umgang mit Freunden geholfen werden kann«.

Der Neurobiologe war einer der ersten offenen Kritiker der »Krankheit« und des dazugehörenden Medikaments und löste vor einigen Jahren eine hitzige Fachdiskussion aus. Hüther hat sich als einer der ganz wenigen Wissenschaftler klar als Anwalt für die Kinder positioniert: »Erwachsene müssen selbst entscheiden, ob sie sich mithilfe von Psychostimulanzien noch besser an die absurden Leistungsanforderungen unserer gegenwärtigen Gesellschaft anpassen wollen. Aber Kinder können das noch nicht selbst entscheiden, diese Entscheidung müssen ihre Eltern als verantwortungsbewusste Erwachsene treffen«. Nahezu der Rest der Fachwelt hüllt sich in dezentes Schweigen zu diesem schwerwiegenden Thema.

Der Erfinder von ADHS, der ehemalige US-Nervenarzt Leon Eisenberg, der später die Leitung der Psychiatrie am renommierten Massachusetts General Hospital in Boston übernahm und zu einem der bekanntesten Nervenärzte der Welt wurde, hatte sich im Jahr 1967 auf einem Seminar der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam mit seinem Kollegen Mike Rutter mit allen Kräften und gegen den immensen Widerstand der psychiatrischen Fachwelt dafür eingesetzt, die angebliche Hirnstörung als eigenständige Krankheit in den weltweiten WHO-Katalog der psychiatrischen Leiden aufzunehmen. Trotz scharfen Gegenwinds ist ihm das, aus welchen Gründen auch immer, »erfolgreich« gelungen. Der Psychiater hat damit einen bösen und hartnäckigen Geist in die Welt gesetzt, den diese, angesichts eingefahrener Milliardengewinne der Pharmaindustrie, nicht mehr los wird. Bis heute hat die angebliche psychische Erkrankung ihren Platz im Diagnostischen und Statistischen Manual, bis heute gibt es Millionen von Eltern, die glauben, psychisch kranke Kinder zu haben, und bis zum heutigen Tage laufen Millionen von Jungen und auch Mädchen mit dem Stempel herum, »eine schwere Macke« zu haben.

Das alles stört die Pharmaindustrie indes nur wenig, inzwischen bieten alleine in Deutschland sechs Firmen das Medikament unter verschiedenen Namen an. Die Kraken streichen weiterhin ungerührt ihre Milliarden ein, ungeachtet möglicher Schwerstfolgen für Körper und Seele der Kinder, ungeachtet auch des Drucks auf die jungen Generationen, nur noch funktionieren zu müssen, und wenn es eben unter Drogen ist, und ungeachtet einer Welt, die nicht mehr fragen will nach natürlichen Ursachen und Gründen, sondern die täglich erbarmungslos neue künstliche Gebrechen erfindet, um damit ordentlich Kasse zu machen. Willkommen in der schönen neuen Welt!

 zum Artikel..

Galerie | Dieser Beitrag wurde unter ADHS / ADS, Enthüllungen, Gesundheit bedrohend, Kopp Verlag, Pharma, Ritalin abgelegt und mit , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

32 Antworten zu Ritalin: Wie die Pharmaindustrie unsere Kinder vorsätzlich zerstört

  1. tina schreibt:

    Ich bin durch zufall auf diese meinung gestossen, meinung deshalb, weil es kein bericht isy. So etwas schlecht recherchiertes hab ich mein Leben noch nicht gelesen. Ich bin fassungslos!!!!
    An ihrer stelle würde ih mich mal über aktuelle studiun infomieren. Vorallem was die genetik angeht!
    Ich selbst habe adhs, stellen sie sich vor ich bin schon erwachsen! Und wenn man sich so intensiv mit einen thema wie adhs wie ich beschäftigt, macht solche aussagen wütend. Es würde bedeuten das ich mir alles einbilde. Die diagnose bekam ich spät – Im jugendalter. Des medikament nehm ich nun schon fast 1 jahrzent.
    Unser sohn hat es auch, 5jahre, seit 1,5 jahre hat er entsprechene therapin. Sogar den kiga haben wir nun gewechselt, da dieser negativ auf unseren sohn wirkte. Er wurde nieder gemacht u ihm wurde eingeredet das er nix kann, obwohl er sehr gut begabt ist – überdurchschnittlicher iq. Trotzallem können wir die medigabe nicht abwenden. Wir sehen wie unser sohn leidet, genauso wie ich ohne leiden würde. Wir wollen das beste für unser kind, daher werden wir alles tun dass es ihm gut geht.
    Im übrigen wirkt der wirkstoff methylphenidat bei normalen menschen anders als bei menschen mit adhs! Ähnlich wie bei coffein. Bei Adhs putscht dieses nicht auf, sondern im gegenteil!

    Gefällt mir

  2. Diana schreibt:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/adhs-aerzte-finden-genetische-ursache-fuer-hyperaktivitaet-a-720496.html
    Mehr gibt es dazu glaube ich nicht zu sagen.Also,erst einmal pro und kontra Seite lesen bevor man ein Medikament verurteilt!!!

    Gefällt mir

  3. homosapiokokke schreibt:

    Es gibt gewiss Menschen denen Kinderkoks (oder auch Ritalin gennant) hilft sich zu konzentrieren und den Alltag zu bewältigen. Leider ist es aber auch Tatsache, dass eine Droge Gesellschaftsfähig gemacht worden ist, leider auf die Kosten von jungen Menschen die nicht selbst entscheiden können ob sie diese konsumieren wollen oder nicht. Unter Studenten ist Ritalin eine allseits beliebte „Lerndroge“, denn wie man weiß kann man sich besser konzentrieren, daher wird sie oftmals zur Leistungssteigerung missbraucht. Wenn man bedenkt was diese Droge bei einem ausgewachsenem Gehirn bewirkt, kann man sich ja ausmalen welche Auswirkungen es auf das kleine sich noch im Entwicklungsstadium befindende Gehirn für Folgen hat. Das Problem liegt an unserer Gesellschaft und dessen Verlangen nach Leistung. Kinder sind Kinder, diese brauchen jemanden der sie Leitet, es sollte nur keine Pille sein, sondern eine Person die ihnen ihre Grenzen Zeigt und die Zeit nimmt auch wenn es viel Arbeit ist.
    Anstatt Pillen zu verschreiben, lieber auf den Bolzplatz zum Kickern rausschicken oder in einen Kampfsportkurs oder oder oder. Ich finde es sehr schade, dass manche Eltern sowie Lehrer und Erzieher die vielleicht selber Eltern sind, nicht aufgeklärt genug sind.

    Gefällt mir

  4. Lydia schreibt:

    Es gitb übrigends auch ADHS im Erwachsenenalter und daher auch Erwachsene die die Medikamente nehmen. Wo ist der Unterschied zum Beispiel zu Antidepressiva… das sind auch nicht gerade harmlose Medikamente und trotzdem helfen sie manchen Menschen ihren Alltag besser in den Griff zu bekommen. Ich finde es schade, dass hier Toleranz für die Kidies eingefordert wird, jedoch null Toleranz gegenüber der kleinen Gruppe von Minimenschen, denen Ritalin und Co helfen kann. Zu dem Thema wäre es schön, wenn man mal das Schwarz-Weiß-Denken abstellt und auch die Graufläche sieht. Das es an manchen Stellen ohne ausreichende Diagnostik verschrieben wird, ist ein ganz anderes Problem.

    Gefällt mir

  5. andrea schreibt:

    Vielen Dank, Jana! 🙂

    Gefällt mir

  6. Jana schreibt:

    Hallo,
    bei mir im Bekanntenkreis gibt es zwei Fälle die total unterschiedlich sind.
    Der eine Junge R. war früher richtig schlimm, er hat gehauen, gebissen, getreten usw. Er hat ein sehr gutes und harmonisched Elternhaus. Nach dem er Ritalin bekommen hat, wurde es auch für ihn viel leichter zum Bsp. seine Gefühle auszudrücken oder sich einfach nur mal ruhig einem Buch zu witmen.
    Der Sohn meiner Cousine, ist 8 Jahre alt. Er kommt aus einer ehr schwierigen Familie. Er klaut, schwänzte Schule (seit neusten wird er jeden Morgen vom Ordnungsamt zu Schule gebracht), kommt nach der Schule nicht nach Hause, beschimpft seine Mutter usw. und er bekommt auch Ritalin. Meine Cousine ist jetzt soweit dass sie ihn dem Jugendamt überlassen will, welches ihn entweder in die Kinderpsychatrie oder auf ein Art Internat schicken will.
    Diese zwei Beispiele zeigen mir, dass man Ritalin nicht verteufeln sollte, sondern erstmal die genau Einstellung, das Verhalten danach und wie sich das Kind damit fühlt, abwarten sollte.
    P.S. Meiner Tochter ihr Klassenlehrer hat mir angeraten meine Tochter auch Medikamentös einzustellen, da sie manchmal Unaufmerksam, leicht Ablenkbar, schusselig und ein kleiner Träumer ist. Ich hab nein gesagt. Als ich kuru darauf unseren langjährigen Kinderarzt davon erzählt habe, hat der mich ganz entsetzt angeschaut und gemeint, dass das keine Krankheitssyntome sind, sondern der Charakter meiner Tochter.

    Gefällt mir

  7. Doris schreibt:

    Vor 12 Jahren, bekam mein Sohn für 6 Wochen Ritalin. In der Zeit war er nicht mehr er selbst. Er war wie betäubt und er selbst wollte auch nicht mehr. Ich wurde mit dieser Diagnose ADS überrollt. Heute bin ich froh, dass ich das bei meinem Sohn schnell wieder abgesetzt habe. Zur Zeit macht er sein Fachabi. Er ist ein liebevoller und guter Mensch. Er trinkt nicht, raucht nicht. Er engagiert sich für die Umwelt und Tiere. Da kann man fragen, was war falsch. Mein Sohn hatte früher sehr heftige Wutanfälle bekommen und war in der Schule unkonzentriert. Heute weiß ich, dass das andere Ursachen hatte. Vor Schulantritt, war er ein fröhliches unbeschwertes Kind. Auf allen Fotos lachte er immer. Mit Beginn der ersten Klasse, begann er sich zu verändern. Er lachte nicht mehr, weinte jeden Abend vorm Schlafengehen. Die Lehrerin, die er in den ersten 2 Jahren hatte, war einfach nur schrecklich, sie konnte ihn nicht leiden. Sie hatte Lieblinge und Kinder die sie nicht mochte. Das ganze Ausmaß erfuhr ich erst später von anderen betroffenen Eltern. Teilweise machte sie sich über Kinder in der Klasse lustig. Ich wollte mein Sohn aus der Klasse nehmen, was der Rektor strikt ablehnte, mit der Begründung, sie sei eine gute Lehrerin. In ihrer Babypause, unterrichtet eine Aushilfslehrerin, die merkwürdigerweise meinen Sohn als normal Jungen einstufte. Das bei sowas ein Kind Wutanfälle bekommt, dichtmacht und lernt die Schule zu hassen wundert nicht mehr. Diese Medikamente, sehe ich als Einstiegsdrogen oder was soll ein Kind daraus lernen. “ Schmeis eine Pille ein und die Welt ist in Ordnung“

    Gefällt mir

  8. andrea schreibt:

    GENAU! GANZ SCHLAU! und wiedermal vergisst man, dass es auch tatschlich gesicherte Diagnosen eingeschränkter Botenstoffaustausche im Gehirn gibt. Und bei dir, Martin, wär die Diagnose sicher falsch gewesen, weil es nicht nur um „keinen Bock“ und Hibbeligkeit geht! Wenn die Botenstoffe nicht richtig ihrer Funktion nachkommen können, ist das eine Dysfunktion im Körper. Wenn man damit umgehen kann, weil die eigenen Kapazitäten eh nicht allzu groß wären, ist ja gut. Aber wenn ein Hochleistungsrechner nen Mini Arbeitsspeicher hat, verzweifelt man immer wieder. Schade, dass es dir offensichtlich nicht gut ging in der Kindheit. Schade auch, dass man die Verwantwortung der Erwachsenen auf Kinder abschiebt. Schön, dass du es geschafft hast. ALlerdings heißt „keinenBock“ und Hibbeligkeit nicht ADHS. Das heißt Vorpubertät und Pubertät!!!
    Noch einmal die Bitte: schmeißt nicht die tatsächlich gesicherten und korrekten Diagnosen in einen Topf mit den unzähligen Fehldiagnosen. Verurteilt die zu schnelle Diagnostizierung von ADHS und die damit verbundene kritisch zu sehende Medikamentenvergabe! Aber bitte, bitte, bringt euch in die Lage zu differenzieren! Kann doch für nen gebildeten Menschen nicht soooooo schwer sein! Erkundigt euch und belest euch. Weder Pharmaindustrie noch diese Hetze hier sind 1 zu 1 zu verinnerlichen! Habt eurte Meinung, aber bitte tut nicht solchen unreflektierten Schwachsinn kundt!!! Danke!

    Gefällt mir

  9. Mike Kern schreibt:

    Danke Martin für deinen Beitrag..
    ..die „gewisse Grenzen“ sind einfach nur Respekt und Achtung jeder einzelnen Person als Mensch und seiner universellen Rechte.
    und da viele in unserem Land dies wissen, respektieren und leben und noch viel mehr gerade dabei sind dies zu realisieren, sage ich lieber
    guten Morgen Deutschland..
    lg

    Gefällt mir

  10. Martin B. schreibt:

    achso: ich habe fachabi, bin auf ner uni und studiere. jeder wird mal erwachsen! auch ohne scheiß pillen (drogen)

    Gefällt mir

  11. Martin B. schreibt:

    wäre ich 5 jahre später geboren, hätte ich ADHS! totsicher!

    ich wra hyperaktiv und hatte kein bock auf den unterricht. WARUM?
    weil sich meine elter scheiden lassenhaben und ich kein bock auf mein stiefvater hatte, der einfach nur ein arsch ist und überhaupt nicht weiß mit mir umzugehen. er hat mich halt einfach nie so aktzeptiert wie ich bin. ohne meine mum wäre ich jetzt schon in irgendeiner anstalt. ich war aber immer tapfer…nur mussten halt die aggressionen raus. in form von stören in der schule, einbrechen in irgendwelche leerstehenden häuser, klauen im tante emma laden. alles nur weil GANZ EINFACH was falsch lief in der FAMILIE!!! bei der ERZIEHUNG! die bedeutet nämlich ARBEIT! UND LIEBE! aber wem erzähl ich das. überall wo man hinsieht kaputte faule müpde familien, die ihre kinder verkorksen lassen (das ist kein vorwurf an euch, aber ich beobachte es nunmal). eltern die eben blind auf ihren arzt hören, der bei einer adhs schulung war (sponsored by pharma industry) und eben ne pille verschreibt, weil der kleene ja so ibbelig ist (komisch, könnte ja auch sein, dass der junge sich einfach nicht gefordert fühlt? vllt will er ja klavier spielen oder fußball oder baumhaus bauen mit seinem dad whatever)

    wie dem auch sei. glaubt ihr was ihr wollt. ein kind brauch nur eins: liebe und zuneigung und eben lernen gewisse grenzen zu kennen.

    gute nacht deutschlande

    Gefällt mir

  12. andrea schreibt:

    Wie wäre es denn mal mit einem fundierten, differenzierten Artikel über viele Fehldiagnosen, bei denen das Medikament fälschlicherweise verabreicht wird, um den Erwachsenen die Verantwortung abzunehmen? Das darf nämlich nicht gleichgestellt werden mit korrekten Diagnosen.

    Gefällt mir

  13. andrea schreibt:

    unglaublich, wie es Einige nicht verstehen wollen: es geht nicht um das VERHALTEN, sondern um Einschränkungen im Gehirn!!!

    Gefällt mir

  14. Mike Kern schreibt:

    Es ist ein Eingriff in die Freiheit und die Persönlichkeitsrechte des Kindes, denn chemische Wirkstoffe verursachten zwar gewisse Verhaltensänderungen, das Kind lernt aber unter Chemie nicht, wie es sein Verhalten selbst ändern kann. Damit werden ihm wichtige Lernerfahrungen für eigenverantwortliches und mitmenschliches Handeln vorenthalten, »die Freiheit des Kindes empfindlich eingeschränkt und es in seiner Persönlichkeitsentwicklung gehemmt«

    schaut was ihr den Kinder zumutet:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ritalin#Nebenwirkungen

    Gefällt mir

  15. Ingo Eckardt schreibt:

    Ich denke nach sehr interessanten Gesprächen mit Kinderpsychiatern, dass dieses Thema nicht für Polemik geeignet ist. Die meisten Ritalin-Kinder werden von Kinderärzten ohne jede Ahnung von ADHS eingestellt. Die Folge ist die erwähnte Ruhigstellung. Das ist mehr als unnötig, Eltern sollten hier Verantwortung zeigen und nicht das dumme Zeug glauben, das ihnen vermeintliche Experten (Erzieher, Lehrer, Kinderärzte, etc.) weismachen wollen. Dennoch gibt es einen gewissen, kleinen Prozentsatz junger Menschen, denen die Ritalin-Gabe nach exater Diagnostik und unter kinderpsychiatrischer Betreuung einen Weg in ein weitgehend normales Leben ebnen kann. Ich kenne auch einen solchen Fall aus meinem Freundeskreis.
    Bedenklich ist, dass einstige Ritalin-Kinder besonders häufig nach Absetzen des Medikaments beim Erreichen des Erwachsenenalters in die Drogenszene rutschen, um die bisherige Wirkung zu erhalten. Darüber sollte man sich ernsthaft Gedanken machen!

    Gefällt mir

  16. mague79 schreibt:

    Ich sehe das ganze von zwei Seiten.
    Mein Sohn jetzt fast 15 Jahre alt, ohne Medikinet, hätte er es nicht ins Gymnasium geschafft.
    Man wollte ihn in der Hauptschule schicken. Jetzt nimmt er es seit 3 Jahren nicht mehr, da Ihm viele Menschen NUR die schlechten Sachen eingeredet haben. Seit dem musste er 1 mal die Klasse wiederholen und ist jetzt in der Realschule.
    Gibt man dem Kind die „Drogen“, schadet es der Gesundheit.(was meines Wissens noch nicht bewiesen ist)
    Gibt man dem Kind keine Tabletten, verbaut es sich die Zukunft. Da das Verhalten von der Gesellschaft nicht akzeptiert ist.

    Also wie man es macht, ist es falsch… 😦

    Gefällt mir

  17. andrea schreibt:

    und noch einmal. für alle die es nicht verstanden haben und immer noch und immer wieder begaupten, dass es um ruhigstellen und gefügig machen geht: dem ist nicht so. wenn man immer nur am unteren rand seiner fähigkeiten agieren kann und leidet, weil man sich auf nichts konzentrieren kann, stets übermäßig emotional reagiert, ist das kein gutes lebensgefuehl. und das eigene kind so leiden zu sehen, kann einen zu einer anderen einschaetzung bringen. ich war immer gegen methylphenidad. bis mein kind mich weinend anbettelte ihm zu helfen, da alles bisher getane nicht gefruchtet hatte. und dies hier mit zwei gesunden raufbolden zu vergleichen, ist kein kompetenter beitrag. meine kinder duerfen und sollen raufbolde sein. ruepel wie sie im buche stehen. und auch wenn ritalin und co kritisch zu betrachten sind, dienen sie nicht in jedem fall der ruhigstellung uder dem gefuegig machen.

    Gefällt mir

  18. Thomas Bringer MD schreibt:

    Unsachlicher, fachlich ungenügender Beitrag.Die Diskussion durch selbsternannte Fachfrauen/-männer ist unerträglich. Grundsätzlich ist die Anwendung von Ritalin aber äusserst kritisch zu betrachten.

    Gefällt mir

  19. di Falco Inka schreibt:

    Welt will keine normale Junge haben, am beste wollen die leise Junge. Ich hab 2 Piraten zu Hause und die sind ganz super Junge und so soll es sein. 🙂

    Gefällt mir

  20. andrea schreibt:

    … na mensch, da hat sich ja jemand so üüüüberhaupt gar nicht richtig erkundigt, aber möchte gern mal was hetzendes schreiben. herzlichen glückwunsch, das ist gut gelungen. wenn man keine ahnung hat, … !!! wie alle, die keine ahnung haben, adhs an einem angeblich hibbeligen verhalten, das den erwachsenen ebenso angeblich nicht passt… es geht um viel mehr als verhalten. die kinder leiden unter umständen sehr. und sich dann als nichts-checker hier wie ein gott, auf den wir alle gewartet haben, aufzuführen, ist unter aller s…

    Gefällt mir

  21. Armin Schneider schreibt:

    Nicht die Kinder sind krank sondern wir als Gesellschaft versagen

    Gefällt mir

  22. Lydia schreibt:

    Der Artikel ist ja die reinste Hetzkampagne und trotz einiger Fachbegriff schnell zu lesen, dass er von einem Laien verfasst ist… Die ADHS Medikation ist nicht die alleinige Lösung, jedoch in vielen Fällen ein Segen für die Kinder mit gesicherter ADHS Diagnose. Ich hoffe, dass sich Eltern von Sozialpsychiatern oder Psychotherapeuten (nicht von Lehrern oder Erziehern) gut beraten lassen und sich nicht alleine von so einem Artikel lenken lassen!

    Gefällt mir

  23. Annika schreibt:

    Und Mike Kern zu dem Kommentar der sich auf die Frage von Marina bezieht: Totaler Quatsch!!!! Es wirkt nicht nur in diese Richtung sondern es ist derselbe Wirkstoff. Metylphenidat. Nur in anderer Zusammensetzung. Es gibt noch einige andere Medikamentennamen und es ist immer derselbe Wirkstoff. Sollte man eigentlich wissen wenn man sich mit dem Thema auskennt!!!!

    Gefällt mir

  24. andi schreibt:

    “ gefügig machen“ durch ein katecholaminfreisetzendes Amphetaminderivat?

    Gefällt mir

  25. Annika schreibt:

    Ich finde den Bericht furchtbar. Es ist schon schlimm wenn man was FÜR sein Kind tut und dann sowas lesen muss. Wer schon einmal mit einem (oder sogar zwei) ADHS Kids zusammengelebt hat wird darüber nur den Kopf schütteln. Kann immer nicht nachvollziehen wie man über ADHS und seine folgen urteilen kann wenn man so etwas nicht selbst miterlebt hat…….!!

    Gefällt mir

  26. bibbi schreibt:

    Habe den Bericht gelesen und muß aber auch sagen, wenn mein Sohn die Medikamente nicht bekommen hätte, wäre er jetzt auf der Sonderschule, weil er hat auch dieses umstrittene ADHS. Er bekommt seine Medikamente aber auch nur einmal am vormittag in geringer Dosis, damit er in der Schule sich konzentrieren kann. Ohne die medikamente wäre es ihm überhaupt nicht möglich. Ich habe lange damit gekämpft ihm die Medis zu geben, haben viele Therapien gemacht aber es hat all nichts geholfen. Sein Zwillingsbruder hingegen braucht das Medi nicht und in unserem Familienleben ist alles in Ordnung. Ich denke man muss das immer von zwei Seiten aus sehen.

    Gefällt mir

  27. Martinelli Marina schreibt:

    Ich hab mal eine frage gehört Medicinet auch zu der gruppe Ritalin ?
    Danke im vorraus!
    Und der Bericht ist echt super

    Gefällt mir

  28. alphachamber schreibt:

    Hallo! Frau Herman gehoert uebrigens (wegen ihrer rationalen Ansichten) zu meinen Favoeiten.
    Alles Gute.

    Gefällt mir

  29. mamforever schreibt:

    Ja es ist schlimm, was man im Namen der Gesundheit unseren Kindern antut.
    Sehr intressante Seite hast du, …werd mich hier öfter blicken lassen. lg

    Gefällt mir

  30. katjableeker schreibt:

    Super interessanter Artikel! Danke dafür!
    Über einen Gegenbesuch würde ich mich freuen!

    Gefällt mir

  31. rollanne schreibt:

    echt krass

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s