Eisenspeicherkrankheit trifft vor allem Männer

Gelenkbeschwerden, Abgeschlagenheit und Reizbarkeit können Symptome für die sogenannte Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) sein. Sie verhindert, dass der Körper das mit der Nahrung aufgenommene Eisen verwertet. Die Folge: Im Körper lagert sich vermehrt Eisen an. Unbehandelt kann die Krankheit im schlimmsten Fall zu Herzversagen, Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Ursache ist ein Gendefekt

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Hämochromatose ist eine der häufigsten
erblichen Stoffwechselstörungen. In den meisten Fällen ist die Ursache ein Gendefekt. Nach Angaben der Hämochromatose Vereinigung Deutschland e. V. (HVD) trägt etwa jeder achte bis zehnte Nordeuropäer das Gen, aber erkrankt nicht.
250.000 Menschen in Deutschland betroffen

Die Erkrankung prägt sich nur aus, wenn beide Eltern die Veränderung an ihr Kind weitergeben. In Deutschland gibt es circa 250.000 Menschen, die die Anlage von beiden Elternteilen erhalten haben. Jedoch sind mehr Männer als Frauen betroffen. Von ihnen erkranken im Laufe ihres Lebens 20 bis 50 Prozent an der Eisenspeicherkrankheit, berichtet die HVD. Jedoch sind mehr Männer als Frauen betroffen.

Der Körper nimmt zu viel Eisen auf

Eigentlich wird die Eisenaufnahme über den Eiweißstoff Hepcidin gesteuert. Liegt jedoch eine entsprechende Genveränderung vor, wird jedoch zu wenig Hepcidin gebildet. Die Folge: Der Körper nimmt mehr Eisen auf, als gut für ihn ist. Dieses lagert sich in Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen und Gelenken an.

Durch die vermehrte Ansammlung von Eisen in der Leber leiden Betroffene im Verlauf der Krankheit vor allem an einer Leberzirrhose. Häufig kommt es auch zu Diabetes Typ 2, bedingt durch die Anreicherung von Eisen in der Bauspeicheldrüse.

Symptome treten erst spät auf

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Typische Anzeichen für die Stoffwechselstörung
treten oft erst spät auf. Dazu zählen eine graubraune Färbung der Haut, da der Körper vermehrt den Farbstoff Melanin produziert. Zudem kommt es zu Gelenkschmerzen in den Fingern, im Knie und der Hüfte. Diese Symptome treten bei Männern laut der HVD zwischen dem 20. und 40 Lebensjahr auf. Frauen sind besonders ab den Wechseljahren betroffen. Da dann das Ausbleiben der Regelblutung kein regelmäßiger Eisenverlust stattfindet.

Bluttest hilft bei der Diagnose

Für eine eindeutige Diagnose muss die Eisenmenge im Körper überprüft werden. Dazu ist ein spezieller Bluttest nötigt. Dabei werden der Ferritin-Spiegel (Eisenspeicher) im Blut und die Transferrin-Sättigung (Eisenstoffwechsel) bestimmt. Sind beide Werte erhöht, so spricht das mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine Hämochromatose, bestätigt die HVD. Beide Parameter sind jedoch nicht Teil einer normalen Blutuntersuchung, so dass die Krankheit oft längere Zeit unentdeckt bleibt.
Die Therapie ist anstrengend

Hämochromatose kann nach Angaben der HVD gut behandelt werden. Unverzichtbar ist die sogenannte Aderlasstherapie, bei der dem Patienten in regelmäßigen Abständen Blut abgenommen wird. Dadurch wird der der Eisenspeicher im Körper entleert. Zu Beginn der Behandlung wird im ein-bis zweiwöchigen Rhythmus circa 500 Milliliter Blut abgelassen, bis der Ferritin-Wert bei weniger als 50 µg/l liegt. Die Therapie dauert im fortgeschritten Stadium meist eineinhalb Jahre.

Wichtig ist jedoch, dass die Krankheit frühzeitig behandelt wird, sonst führt sie zum Tod. Wird vor einer Leberzirrhose und vor einer Diabetes mit der Aderlasstherapie begonnen, haben Betroffenen eine normale Lebenserwartung.

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