Die Epidemie von Todesfällen durch Medikamente weitet sich aus: Ist Big Pharma zu stoppen?

Der Tod durch verordnete Medikamente stellt in den USA nach wie vor ein großes Problem dar, denn Big Pharma beeinflusst, um nicht zu sagen dominiert, die schulmedizinische Praxis. Doch ein angesehener Neurochirurg, der auch als Gesundheitsexperte für CNN tätig ist, könnte zum ersten Riss in der Rüstung von Big Pharma werden. Das zeigt ein jüngst von ihm verfasster Artikel, in dem er sich mit dem Problem auseinandersetzt.

»Es ist die größte menschengemachte Epidemie in den Vereinigten Staaten. So beschrieb es mir ein Washingtoner Arzt, als wir vor dem Capitol in Olympia miteinander redeten«, schrieb Dr. Sanjay Gupta in seiner Zusammenfassung einer Diskussion zwischen ihm und Gary Franklin, dem medizinischen Direktor im Ministerium für Arbeit und Industrie des US-Bundesstaats Washington State. Franklin beklagte eine lange Liste von »besorgniserregenden« Fällen, in denen unschuldige Patienten von verordneten Medikamenten umgebracht wurden. Die Lage werde schlimmer, es sei »das Traurigste, was er je gesehen habe«

Alkohol + Schmerzmittel = unbeabsichtigte Überdosis

Franklin erzählte Gupta von einem besonders schrecklichen Fall, von dem er gehört habe: Ein Teenager sei gestorben, als er nach einer Zahnbehandlung zu viele Narkotika eingenommen hatte. Zu solchen Zwischenfällen kommt es laut Franklin jedoch zumeist bei Männern in den 40ern und 50ern, die wegen Rückenschmerzen den Arzt aufsuchen und die Praxis mit einem Schmerzmittelrezept verlassen. Durchschnittlich drei Jahre später stürben viele dieser Männer im Schlaf, weil sie zu viele Pillen eingenommen und zudem Alkohol getrunken hätten.

Sie versuchten nicht, sich umzubringen, sagen die Mediziner, aber ungefähr 20 000 Mal pro Jahr, das ist im Durchschnitt alle 19 Minuten, passiert genau das. Es kommt mittlerweile so oft vor, dass eine unbeabsichtigte Überdosis zur häufigsten Ursache zufälliger Todesfälle in den USA geworden ist und damit Autounfälle vom ersten Platz verdrängt hat. »Als Neurochirurg in einem Unfallkrankenhaus hatte ich zwar eine Vorstellung davon, dass das Problem größer wurde – aber die Zahlen sind für mich immer noch unvorstellbar«, schrieb Gupta.

Die Zahlen sagen alles. Die Verteilung von Morphin, dem Hauptbestandteil der beliebtesten Schmerzmittel, hat sich nach Angaben der US-Drogenbekämpfungsbehörde [Drug Enforcement Agency] von 1997 bis 2007 versechsfacht. Die Gesundheitsbehörde [Centers for Disease Control and Prevention] bezeichnet die unbeabsichtigte Überdosierung verschreibungspflichtiger Medikamente als »Epidemie«.

»In den Vereinigten Staaten verschreiben wir heute genügend Schmerzmittel, um jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind drei Wochen lang rund um die Uhr alle vier Stunden eine Pille geben zu können«, sagt Gupta, der betont, das Problem mache normalerweise nur dann Schlagzeilen, wenn nicht unsere engen Freunde, Nachbarn oder Angehörigen, sondern ein Prominenter zu viel einnehme. Gupta wurde das Problem durch einen Anruf von Ex-US-Präsident Bill Clinton drastisch vor Augen geführt:

Vor ein paar Monaten rief er mich an, und mir war sofort klar, dass er wegen irgendetwas völlig am Boden war. Ich hatte Ende der 90er Jahre im Weißen Haus für ihn gearbeitet und seither unzählige Male mit ihm gesprochen, aber so hatte ich ihn noch nie gehört. Zwei seiner Freunde hätten ihre Söhne verloren, erzählte er mir. Die Ursache: unabsichtliche Überdosis.

Gupta sagt, er werde nie vergessen, wie der ehemalige Präsident die Sache darstellte. »Niemand hält die Kombination von ein paar Bieren und einer Oxycontin für eine gute Idee, aber man erwartet doch nicht, daran zu sterben«, habe Clinton dem Neurochirurgen und CNN-Analysten gegenüber gesagt. In dem Moment habe er sich, so Gupta, als medizinischer Experte und Medienvertreter verantwortlich gefühlt, »das Problem ins Rampenlicht zu rücken und Lösungen zu finden«.

Er selbst halte es für einen guten Ansatzpunkt, die Dinge zunächst in den USA in Ordnung zu bringen, da dort 80 Prozent aller in der Welt verordneten Schmerzmittel eingenommen würden. Das besagen Zahlen, die in einer Stellungnahme der American Society for Interventional Pain Physicians [Gesellschaft für interventionelle Schmerztherapie] vor dem US-Kongress vorgestellt wurden. Natürlich gebe es Fälle, bei denen eine Intervention mit Schmerzmitteln legitim sei, sagt Gupta, doch könne man in den USA schon geringe Schmerzen nur sehr schlecht ertragen, man bequeme sich damit, schwere Schmerzmittel einzunehmen.

Nötig ist ein Umdenken der Ärzte in der Schmerzbehandlung

Weniger bekannt ist vermutlich, dass sich der Körper schon nach ein paar Monaten täglicher Einnahme verändert – er kompensiert gewissermaßen die Übermedikation. Die Wirksamkeit des Schmerzmittels »lässt nach«, erklärt Gupta, »und Patienten berichten dann, verglichen mit der anfänglichen Wirkung linderten die Medikamente die Schmerzen nur noch um 30 Prozent«. Schlimmer noch sei, dass »eine Untergruppe dieser Patienten eine als Hyperalgesie bezeichnete Krankheit entwickelt, bei der die Schmerzempfindlichkeit gesteigert ist«.

Guptas Schlussfolgerung lautet: Wirklich erforderlich sei ein Umdenken unter Medizinern über bessere, weniger gefährliche Methoden der Schmerzbekämpfung. »In meiner bald erscheinenden Dokumentation erkläre ich, wie wir in diese tödliche Lage geraten sind, aber vor allem untersuche ich mögliche Lösungen«, sagt er.

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