Todesvirus Mers: Was Sie jetzt wissen müssen

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Das Handout des amerikanischen Centers for Disease Control (CDC) zeigt einen Coronavirus unter dem Mikroskop | dpa

Ein neues Todes-Virus versetzt die Welt in Angst: Es geht um Mers, das Middle East Respiratory Syndrome, was übersetzt so viel bedeutet wie Nahost-Atemwegssyndrom. Es klingt zunächst harmlos. Doch Experten beobachten den Ausbruch mit zunehmender Sorge. Denn die Zahl der nachgewiesenen Fälle stieg in den letzte Wochen sprunghaft.

Diese 8 Dinge sollten Sie über Mers wissen:


1. Wie gefährlich ist Mers?

„Es besteht in Deutschland kein erhöhtes Risiko für Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung“, heißt es auf der Seite des Robert-Koch-Institutes. Denn bislang ist das Virus in Europa noch wenig verbreitet.

Aber: Etwa 40 Prozent der Mers-Infizierten sind an dem Virus gestorben. Besonders gravierend verlief die Krankheit bei Menschen, die etwa durch Diabetes beeinträchtigt waren, meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die letzten verfügbaren Zahlen der WHO stammen vom 27. März: Demnach sind seit der Entdeckung des Virus vor zwei Jahren 206 Erkrankungen bestätigt, 86 dieser Patienten starben. Allerdings sind diese Zahlen alles andere als aktuell: Die Gesundheitsbehörde in Riad meldete am Samstag bereits 396 Infizierte, darunter 111 Todesfälle, nur für Saudi-Arabien.

2. Was ist Mers genau?

Das Virus gehört zur Gruppe der sogenannten Coronaviren, die Krankheiten bei Menschen und Tieren auslösen können und ganz unterschiedlich gefährlich sind. Zu dieser Gruppe zählen etwa jene Viren, die harmlose Erkältungen auslösen, aber auch das Akute Respiratorische Syndrom SARS.

Das Beunruhigende: Ansonsten hat die Wissenschaft bislang kaum Erkenntnisse über Mers.

3. Welche Symptome haben Patienten?

Laut dem RKI haben die gemeldeten Fälle mit einer „akut beginnenden, grippeähnlichen Erkrankung“ begonnen. In schweren Fällen könne sich in der ersten Woche ein Lungenentzündung (Pneumonie) entwickeln, die sich zu einem akuten Atemnotsyndrom weiterentwickeln könne. Die Patienten bekommen also massive Atemprobleme.

Oft hätten die Patienten auch Durchfall. Bei schweren Fällen könne laut RKI auch Nierenversagen auftreten.

4. Wie kann man das Virus sicher feststellen?

„Man kann Patienten mit Mers nicht immer sicher erkennen“, heißt es bei der WHO, „denn manche haben nur leichte oder unübliche Symptome.“ Sicherheit bringt nur ein Labortest.

Allerdings müssen auch Laboranten aufpassen: Wie die saudi-arabische Zeitung „Saudi-Gazette“ am Montag berichtet, starb ein Labormitarbeiter an Mers.

Ärzte in einem privaten Krankenhaus sollen seine Krankheit demnach erst nicht erkannt und als Denguefieber missdeutet haben.

5. Wo gab es die meisten Fälle?

Die Mediziner unterscheiden zwischen primären Fällen, bei denen die Patienten vorher nicht mit infizierten Menschen in Kontakt kamen, und sekundären Fällen, also jenen, bei denen solcher Kontakt bestand.

Primäre Fälle wurden vor allem in Saudi-Arabien gemeldet, aber auch in Jordanien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Oman und Kuwait.

Vor Kurzem haben Ärzte auch einen Fall in den USA nachgewiesen. Allerdings hat der Mann offenbar in Saudi-Arabien im Gesundheitswesen gearbeitet.

Auch in Deutschland erkranken zwei Menschen in München und Essen an Mers. Die Behörden gehen davon aus, dass sie das Virus aus Katar und den VAE „importiert“ haben.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die beiden andere Personen angesteckt hätten.

6. Warum ist die Zahl der Fälle so stark gestiegen?

Von März 2012 bis März 2013 wurden jeden Monat nicht mehr als fünf neue Fälle registriert, ab April 2013 waren es pro Monat schon zehn bis 20, und seit April dieses Jahres kletterte die Zahl auf weit über 100.

„Für den deutlichen und kurzfristigen Anstieg der Fallzahlen kommen vor allem eine erhöhte Viruszirkulation oder eine verbesserte Erkennung von Fällen in Betracht“, heißt es beim RKI.

7. Wie wird Mers übertragen?

Auf welchem Weg das Virus übertragen wird, ist noch immer unklar. Wissenschaftler aber davon aus, dass es sowohl von Tieren auf Menschen als auch, wohl seltener, von Mensch zu Mensch weitergegeben wird.

Als tierische Überträger der Krankheit haben Experten Fledermäuse, aber vor allem Dromedare im Visier. Denn bei einem großen Anteil der Dromedare im arabischen Raum hat man Antikörper gegen das Virus gefunden.

Die Dromedare, die positiv auf Mers getestet wurden, müssen aber deswegen nicht krank wirken.

8. Wie kann man sich schützen?

Generell sieht die WHO derzeit keinen Grund, Reisen oder Handel mit den betroffenen Ländern einzuschränken. Wer chronische Krankheiten hat, sollte allerdings einen Arzt um Rat fragen, bevor er Reisen in den Nahen Osten plant.

Risikopersonen – und nach Empfehlung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) auch alle anderen Reisenden – sollen auf jeden Fall den Kontakt mit Tieren meiden.

Das betrifft etwa Farmen, Tiermärkte aber auch das beliebte Kamelreiten. Auch Kamelmilch sollte man nicht trinken. „Ansonsten gibt es keine spezifischen Tipps, wie man vorbeugen kann“, heißt es beim Auswärtigen Amt.

„Es gelten die generellen Hinweise auf Handhygiene und Lebensmittelhygiene“, also Kochen, Schälen – oder nicht essen oder trinken.

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